Die Geschichte

 

Once upon a time - es war einmal, so beginnen alle Märchen. Aber dies ist keine Märchen sondern die Wahrheit wie mir von verschiedenen  Quellen  berichtet wurde.

Herrchen und Frauchen sind unterschiedliche Naturelle( siehe auch mein Rudel ). Frauchen wollte schon immer einen großen Hund. Eine Dogge wäre genau das richtige Format gewesen. Herrchen wiederum steht Hunden etwas reserviert gegenüber. Wenn überhaupt, dann lieber etwas Kleines weil da die Bißverletzungen nicht so groß sind.

Mehrmals schon hatte Frauchen in subtiler Art anklingen lassen, dass man doch ausreichend Platz auf dem Grundstück hätte und der Betreuungsaufwand bei einer Dogge auch nicht größer wäre als bei einer kleinen Rasse. Ja schon, gab Herrchen zur Antwort, aber das Grundstück ist nicht so groß, offen und außerdem sind Doggen Sabbertiere.

Die von Herrchen eingeschlagene Strategie hatte jahrelang Erfolg - bis zu einem Sonntag vor Himmelfahrt im Jahre 2005.

Herrchen hatte nichtsahnend einen Freund so gegen 10 Uhr angerufen. Da es doch recht früh an einem Sonntag war erkundigte er sich ob er denn schon länger seinen Hintern aus dem Bett bekommen hätte. Aber sicher, war die Antwort, ich war mit dem Hund schon unterwegs. Seit wann hast du einen Hund, erkundigte sich Herrchen. Seit 2 Monaten haben wir eine Dogge.

In seiner jugendlichen Naivität hatte er dann nach dem Telefongespräch Frauchen von dieser Begebenheit erzählt. Das war ein taktischer Fehler seinerseits. Frauchen blubberte sofort los: Wie können die eine Dogge auf ihrem kleinen uneingezäunten Grundstück halten und wir nicht und die haben auch nicht mehr Zeit wie wir. Ja aber...... Die Jalousien bei Frauchen waren runter. Jetzt konnte er auch an eine Wand reden. Eine Ehekrise war vorprogrammiert. Sprach- und sexlose Zeiten zeichneten sich am Horizont ab. Das konnte es nicht sein. Der Denkprozeß begann. Frauchen hatte sich in den Garten zu den Kois verzogen.

Da war doch noch was, ging es Herrchen durch den Kopf. Etwas Großes, das nicht sabbert und keine Dogge ist. Das war irgend was Irisches. Nach kurzer Recherche im Internet war die Rasse ermittelt - ein Irish-Wolfhound.

Herrchen begab sich nun in den Garten zum Koiteich wo Frauchen vor sich hinschmollte. Ok, ein Hund kommt her, aber keine Dogge, alternativ schlage ich einen Irish-Wolfhound vor. Kenne ich nicht, war die knappe Antwort. Dann schau es dir im Internet an.

Internet und Telefondrähte glühten an diesem Wochenende bis endlich ein Züchter ermittelt wurde der zu diesem Zeitpunkt einen Wurf hatte. Frauchen war nicht bereit die Sache auf die lange Bank zu schieben. Mit freundlicher Unterstützung vieler Iw-Besitzer und Züchter hatten wir eine Familie Heinike in Schömberg bei Gera ermittelt die gerade einen Wurf hatten und den Ruf hatten gute gesunde und wesensfeste Irish-Wolfhounds zu züchten. Ein Anruf und der Termin Himmelfahrt 2005 zum Anschauen war abgesprochen.

Himmelfahrt war Gott sei dank da, aber wo lag Schömberg. Gera war leicht zu finden, aber Schömberg? In Thüringen kennt man Hinweisschilder nur aus dem Ausland. Nach vielen Irrungen und Wirrungen war Schömberg endlich gefunden. Herrchen war genervt und Frauchen voll der Vorfreude.

Schömberg 13, ein 4-Seiten-Hof, mit einem großen Tor. Frauchen und Herrchen wurden höflich von den Eheleuten Heinike hereingebeten. Das Tor schloß sich hinter ihnen. Aber kein IW war zu sehen. Statt dessen nur rundherum Mauern und die Abkömmlinge der Heinikes vergnügt auf der Bank sitzend. Nach kurzem Smalltalk die Frage: können wir sie rauslassen?

Na, warum sind die wohl hierher gekommen?

Die Türe ging auf und mindestens 5 Mondkälber stürmten auf Frauchen und Herrchen zu. Zwei Herzen sackten in die Hose.

Herrchens Hände gingen schlagartig in die Hosentaschen um die Finger und sonstiges zu schützen. Groß ja, aber so GROSS.

Erste Zweifel kamen auf. Nachdem man ausreichend beschnuppert war begannen sich die ersten IWs in typischer Manier gegen Herrchen und Frauchen zu lehnen und ihre Streicheleinheiten abzuforden. Die Herzen nahmen ihre Ursprungsposition wieder ein und Frauchen begann mit ihrer typischen Manipulation indem sie Leckerlis an die Hunde verteilte.

Das Eis war gebrochen. Als dann noch die Welpen hinzukamen kannte die Freude von Frauchen keine Grenzen.

Also los, wir machen einen Spaziergang mit den Hunden schlug Marina vor. Gesagt, getan. Das Rudel war unterwegs. Frauchen hatte sich schnell einen Welpen ausgesucht. Herrchen auch, meinen Bruder Jethro Tull. Aber bei dieser Ausgangslage musste mein Brüderchen zurückstecken. Ich war ins Herz von Frauchen geschlossen.

 

Nachdem wir von dem Spaziergang zurückkamen waren sich Herrchen und Frauchen einig, ich sollte es sein, bald abgeholt werden und meinen Ursprungsnamen Joker verlieren und zukünftig als Connor Riesa unsicher machen. Sie waren sich auch einig, dass die Hunde langsam an Größe verlieren.

Frauchen und Herrchen waren sich mit Marina und Andreas Heinike mit denen wir sehr gut befreundet sind und uns oft sehen, sehr schnell einig. Hierbei stellte sich auch heraus, dass das Loslassen der Hunde zu Anfang auch ein Wesenstest für die potentiellen Hundehalter ist, denn nicht jeder bekommt einen Hund von den Heinikes.

Fraglich war jedoch der Zeitpunkt meines Umzugs. Vorarbeiten waren noch zu erledigen. Herrchen dachte 6 Wochen bräuchte er noch. Frauchen erachtete 3 Wochen für ausreichend.

Frauchen hat gewonnen, 2 Tore wurden gesetzt, ein Zaun gezogen, der Fahrradkeller für mich umgebaut, ein Durchgang nach draußen geschaffen, ein Zugang für die Kanzlei gebaut und auch in der Wohnung waren Umbauten erforderlich. Futternapf, Halsband, Leine mussten beschafft werden.

Nach 3 Wochen war ich bei Herrchen und Frauchen eingezogen.

Aber sollte so ein Durcheinander überhaupt ein richtiger Irish-Wolfhound werden?

 

Zurück